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Weihnachtsfeier in der Pandemie

Nach dem corona-bedingten Ausfall der Adventsaktivitäten im Vorjahr, soll heuer nicht nur im Privaten, sondern auch in Betrieben und Vereinen wieder gemeinsam gefestet werden. Die Planung für Weihnachtsessen und dergleichen erweisen sich aber als schwierig. Braucht es ein Zertifikat? Wer bezahlt allfällige Tests? Darf die 2G-Regel vom Arbeitgeber eingeführt werden? Mit diesen und weiteren Fragen sehen sich die Organisatoren zurzeit konfrontiert.

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Weihnachtsfeier, die ausserhalb der üblichen Arbeitszeiten stattfindet, um einen freiwilligen Event zum Vergnügen. Nichtsdestotrotz hört die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers nicht nach Arbeitsende auf. So gilt es auch während des geselligen Beisammenseins die Persönlichkeit und Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen.

Vor dem Hintergrund der Pandemie gilt zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels, dass bei Weihnachtsessen/-feiern von Unternehmen und Vereinen ein Zertifikat notwendig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob solche Feste in öffentlich zugänglichen (Restaurants, Eventlokale usw.) oder in nicht-öffentlich zugänglichen Räumen (Vereinslokal, Betriebskantine etc.) stattfinden. Folglich muss der Arbeitgeber bzw. der Veranstalter die Zertifikate der Teilnehmer zu Beginn prüfen und ein entsprechendes Schutzkonzept zur Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften ausarbeiten.

Fraglich ist, inwiefern der Organisator strengere Regeln wie „2G“ einführen darf. Denn das Zertifikat ist in der Schweiz gleichwertig, unabhängig davon, ob man geimpft, genesen oder getestet ist. Ein „Ausschluss“ von Getesteten an der Weihnachtsfeier ist rechtlich aus verschiedenen Gründen kritisch zu hinterfragen. Einerseits ist eine solche Differenzierung mit dem allgemeinen Gleichbehandlungs- und Diskriminierungsgrundsatz kaum vereinbar, andererseits hat der Arbeitgeber oder Verein aber auch kein Recht, solch sensible Gesundheitsdaten zu erhalten.

Um nicht mit den allgemeingültigen Datenschutzbestimmungen in Konflikt zu geraten, hat der Gesetzgeber für letzteres Problem bei Anlässen mit Zertifikatspflicht mit dem „Zertifikat light“ eine Abhilfe geschaffen. Beim Zertifikat light ist lediglich ersichtlich, ob ein Zertifikat gültig ist oder nicht. Der Arbeitgeber erhält dadurch die persönlichen Gesundheitsdaten nicht und es kommt folglich auch nicht zu einem möglichen Konflikt mit dem Datenschutz. Insofern bietet das Zertifikat light deshalb eine valide Alternative, um losgelöst von der allgegenwärtigen Debatte über den Impfstatus gemeinsam den Jahresabschluss zu feiern.

Für die Weihnachtsfeier zu Hause ist demgegenüber keine Zertifikatspflicht nötig. Dies zumindest, solange im Freundes- und Familienkreis mit höchstens 30 Personen gefeiert wird.

Von MLaw et lic. oec. Nathalie Glaus, publiziert im Sarganserländer und in der Linth Zeitung